Margaryta Yesaulkova

Über mich:

Ich heiße Margaryta Yesaulkova. Geboren bin ich am 10.05.1976 in Russland, und zwar in Zheleznovodsk, in der Region Stawropol. Zuletzt habe ich in der Ukraine in Poltava gewohnt. Ich arbeite als Köchin und Verkäuferin. Ich bin im April 2022 nach Deutschland gekommen. Jetzt wohne ich in Bergen auf Rügen. Ich spreche gut russisch, ukrainisch, polnisch und auch ein bisschen Deutsch. Mein großer Wunsch ist, dass ich das große Glück, das ich habe, mit den Menschen teilen darf. Für meine Familie wünsche ich mir viel Spaß und viel Gesundheit – und die Erfüllung aller Wünsche.

Originaltexte

Es gibt Zeiten,
in denen verliert man den
Glauben an die Hoffnung, das Wunder
und die Güte.

Es gibt Momente,
da legt man
das Siegesbanner nieder
und da ist nichts mehr.

Dein Herz wird kalt,
du kannst nicht mehr atmen
und der Frühling des Lebens
friert ein.

Aber plötzlich
holst du Luft,
du willst weiterleben,
glauben, hoffen, anbeten,
noch einmal von vorne anfangen,
eine neue Richtung einschlagen,
die Geschichte des Lebens
neu schreiben,
wieder stark werden – und wieder fliegen!

Margaryta Yesaulkova

Die Seele ist eine unsterbliche Göttin
wir vergessen manchmal,
dass sie uns von Gott gegeben wurde,
um das Gleichgewicht, die Liebe
die Träume und das Gute zu bewahren –
und unser Leben ist endlos.

Margaryta Yesaulkova

Wenn du nicht an Träume glaubst, lebst du nicht.
Wenn du nicht an Träume glaubst, singst du nicht.
Wenn du deine Träume verlierst, bist du schwach, schwankst.
Wenn du deine Träume verlierst, kannst du nicht fliegen.
Denn Träume sind Flügel und Luft, Träume sind Kraft und Geist.
Träume helfen, Träume leiten, Träume inspirieren, Träume erwachen zum Leben.
Träume…

Margaryta Yesaulkova

Es verbindet Schicksale, Leben,
wenn plötzlich eine Hand
ausgestreckt wird.
Brücken auf der Straße des Lebens.

Es ist schwer, eine Brücke zu sein
Sie hört Dinge und sie sieht Dinge.
Sie hilft, sie führt.
Und du musst dich nur entscheiden:
Vorwärts gehen, nicht zurückkommen.

Margaryta Yesaulkova

Guten Tag, werte Leser!

Ich bin dem Projekt „Gefundene Briefe“ sehr dankbar.

Ich bin sicher, dass es vielen Menschen helfen wird, ihren Seelenfrieden wieder herzustellen, positiv zu denken, die Ängste beiseite zu werfen und ihr Leben zu ändern.

An diesem Projekt nehmen ganz unterschiedliche Menschen teil, mit unterschiedlichen Schicksalen, Charakteren und Interessen. Ich bin sicher, dass es unter uns viele talentierte, wundervolle Menschen gibt, die etwas zu sagen haben.

Aber es ist nicht immer möglich, es in Worte zu fassen. Oder wenn es gelingt, findet man kein passendes Ohr oder Gesprächspartner, oft haben wir Angst und trauen uns nicht, den anderen etwas von uns, von unseren Erlebnissen zu zeigen. Ich hoffe, dass viele Menschen dank dieses Projekts das Wichtigste lernen können – Kommunikation!

Schließlich ist dies einer der wichtigsten Abschnitte unseres Lebens. Das gilt auch für uns Ukrainer, denn es ist nicht nur Kommunikation, sondern auch Integration in eine neue, für uns unbekannte und unverständliche deutsche Gesellschaft, die uns ihre Arme geöffnet hat und uns hilft, freie und starke Menschen zu werden!

Danke!

Freundliche Grüße
Margaryta Yesaulkova

Heimat Was ist Heimat? Für jeden ist es etwas anderes. Jeder versteht dieses Wort auf seine Weise. Für den einen ist es der Ort, an dem er geboren wurde. Für den anderen ist es der Ort, an dem er sich glücklich und frei fühlt.

Für mich ist Heimat ein Konzept, das zum Teil mit der Wahrnehmung der Welt in der Kindheit zusammenhängt, mit den Momenten der Freude und des Glücks, die einem die Eltern und die Gesellschaft geschenkt haben, die einen innerlich erwärmen und zu denen man trotz allem zurückkehren möchte.

Margaryta Yesaulkova

Еine glückliche Kindheit hängt in den meisten Fällen von der Familie ab, von den Eltern und der Gesellschaft, in der das Kind aufwächst. In vielen Ländern gibt es unterschiedliche Auffassungen von Erziehung, die sich stark von diesem Land, dem Land in dem Sie geboren wurden und aufgewachsen sind, unterscheiden. Es gibt Unterschiede, zum Beispiel sind Kinder vom Land völlig anders als Stadtkinder.

Ich wurde in Russland, im Nordkaukasus geboren, meine Kindheit war sehr glücklich und hell, ich hatte eine Zwillingsschwester (leider starb sie vor 12 Jahren), unsere Eltern gaben uns alles, was für die Entwicklung eines Kindes notwendig war. Märchen, Spiele, Bücher, sie erzählten uns viele Geschichten, lasen uns Märchen vor, wir liebten es, gemeinsam Ausflüge zu machen. Sie versuchten, uns die richtigen und notwendigen Fähigkeiten für das Leben zu vermitteln, zum Beispiel lehrte meine Mutter, sie war Krankenschwester, uns das Grundwissen, um anderen zu helfen. Sie war auch sehr gut im Nähen, Stricken, Sticken und lehrte uns auch das, wofür ich ihr sehr dankbar bin.

Mein Vater als Mann lehrte uns, dass Mädchen zukünftige Frauen sind, und die Liebe zum Kochen wurde uns auch von meinem Vater eingeflößt. Bis ich 11 Jahre alt war, lebten wir in Russland, dann zogen wir in die Ukraine. Ich erwähne dies, weil auch hier schon Unterschiede in Kindheit und Erziehung zu sehen sind. Vielleicht hängt es von der Region ab, in der man aufgewachsen ist, oder vielleicht nimmt man die neue Realität anders wahr, aber es schien mir, dass ukrainische Kinder nicht ganz so waren wie die, mit denen ich nun zusammen spielte. Wahrscheinlich ist immer so, wenn man in ein anderes Land zieht, alles ist neu, anders als das, was man gewohnt ist.

Was in meiner Kindheit sonst noch interessant war, waren viele Kinderspiele, Streiche und interessante Ereignisse: Meine Schwester und ich haben im Chor gesungen, waren Schauspielerinnen in einem Kindertheater, haben mit kleinen und großen Puppen gespielt und ihnen eine Stimme gegeben. Wir lernten zu schauspielern von einem Schüler, dem sehr berühmten sowjetischen Schauspieler und Regisseur Rolan Bykov. Wir machten auch gerne etwas mit unseren Händen, gingen in verschiedene Kreise, Sektionen, Gruppen. Ich ging zum Beispiel noch zur Leichtathletik und nahm noch eine Höhe von 1,05 Meter beim Hochsprung, obwohl ich nur 1,40 Meter groß war.

Im Allgemeinen kann ich sagen, dass ich meinen Eltern sehr dankbar bin für meine Kindheit. Wahrscheinlich war es die hellste und beste Zeit meines Lebens. Ja, Erziehung und das, was Eltern in ihre Kinder investieren, trägt Früchte. Oft wachsen in unvollständigen Familien oder wo es keine Harmonie gibt, unglückliche Kinder auf.

Ich bin jetzt seit fast zwei Jahren in Deutschland und ich habe festgestellt, dass es große Unterschiede gibt. Leider kann ich nicht genau sagen, welche das sind, weil ich Sie ja nicht kenne, ich habe nicht persönlich mit Ihnen kommuniziert. Aber was ich weiß, ist, dass es mir auch hier sehr gut gefällt!

Margaryta Yesaulkova

Kochen ist nicht nur das Bedürfnis eines Menschen, satt zu werden. Im Laufe der Zeit wurde es zu einer besonderen Kunst in der Welt. Es gibt eine Million Rezepte, in jedem Land, in jeder Region und allen Teilen der Welt gibt es verschiedene Gerichte, die sich manchmal sogar sehr ähnlich sind.

Kochen ohne Gewürze, Würzmittel, Soßen ist für uns Menschen nicht mehr vorstellbar, und das Essen soll nicht nur lecker sein, sondern auch so aussehen, dass man es essen und den exquisiten Geschmack genießen möchte.

Ich kannte früher nur die russische, ukrainische und ein bisschen europäische Küche, auch armenische, georgische und orientalische Rezepte. Aber vor fast zwei Jahren traf ich einen polnischen Mann und wir sind nun ein Paar. Er hat mir die polnische Küche gezeigt und mir beigebracht, polnische Gerichte zu kochen. Oh, das ist eine meisterhafte Küche, das Essen ist immer lecker, immer herzhaft, immer schön.

Ich habe sehr viel gelesen, mich für die Geschichte dieser Gerichte interessiert, da sich herausstellte, dass sehr viele ukrainische Gerichte mit der polnischen Küche verbunden sind. Polen lieben es sehr, viel Fleisch, Gemüse, Fisch zu essen, und Suppen gibt es unzählige. Mein Liebster sagt, dass er einen Monat lang jeden Tag eine andere Suppe kochen kann. Polen ist ein unglaubliches Land, reich an Tradition und Geschichte. Und die birgt erstaunliche Tatsachen: In Polen können mehr als die Hälfte der Männer kochen, und das zeigt, wie respektvoll sie ihre Mütter und Schwestern in der Kindheit behandeln. Sie nutzen ihre Kochkunst, um in der Familie zu helfen, und später sind sie großartige Köche in Restaurants, oder der Ehemann in der Familie kann etwas Leckeres kochen.

Ich habe selbst auch immer viel gekocht, manchmal sogar als Kochassistentin in Restaurants, aber auch zu Hause. Früher dachte ich, ich hätte köstlich gekocht, und jetzt, nachdem ich die polnische Küche kennengelernt habe, habe ich angefangen, ganz von Null an zu lernen. Mein Freund hat mir inzwischen viel von der polnischen Küche beigebracht und lobt mich. Es gibt eine große Anzahl von Gerichten, die ich bereits kenne und liebe, aber am liebsten mag ich die bekannten, in polnischen Familien beliebten Gerichte wie russische Torten, Glombkas, Galaretas und Schnitzel. Auch Lecho und eine Vielzahl von Suppen und Salaten gehören zu unserem Repertoire – und ich erinnere mich noch genau: Mein erstes Gericht, das ich gegessen habe, war die Lieblingssuppe „Rosul“.

Wollen Sie auch mal polnisch kochen? Hier ist das Rezept meines Freundes:

Braten Sie in einen Drei-Liter-Topf 2 Hühnerschinken, 3 Karotten, 2 Zwiebeln, ein kleines Stück Petersilienwurzel, Lauch, 2-3 Lorbeerblätter und 4-6 Pimentkörner an. Geben Sie 2 Würfel Brühe und Wasser dazu, kochen Sie alles bei schwacher Hitze 1,5-2 Stunden. Nehmen Sie am Ende das Gemüse heraus, kochen Sie separat kleine Fadennudeln und servieren Sie alles so: Geben Sie die Brühe in eine Schale, geben Sie ein Stück Fleisch und die Fadennudeln dazu.

Guten Appetit!
Ihre Margaryta Yesaulkova

Mit meiner Kindheit verbinde ich die schönsten Erinnerungen. Ich habe in einem Dorf gelebt und liebte vor allem den Ende des Herbstes und den Winter dort. Denn dann las mir meine Mutter Märchen, Geschichten über die Natur, über Tiere vor. Die Märchen lehrten Freundlichkeit, Mitleid.

Ich hatte mein Lieblingsmärchen, es hieß „Kotigolotschek“. Ich habe mich immer gefragt, wie aus so einer kleinen Erbse solch ein Held, mutig und stark, wachsen konnte.

Jahre später, als meine Tochter erwachsen wurde, habe ich ihr selbst Märchen geschrieben, zum Beispiel über ein Blatt: Wir gehen durch den Park und ein Blatt fällt vom Baum, es friert für einen Moment ein. In diesem kleinen Moment dreht sich der Wind und das Blatt fliegt weiter, eigentlich ist es ein verzauberter Prinz, er sucht nach seiner Prinzessin, und der Wind hilft ihm. Er wird von Baum zu Baum fliegen, und wo die Prinzessin ist, wird er auf sie warten.

Ich bin der Überzeugung, dass die Kindheit eine wichtige Zeit im Leben eines Menschen ist: Als Kind wird die Basis für Weltanschauungen gelegt, es wird bestimmt, wie die Beziehungen zur Realität werden und moralische Ansichten gebildet. Gerade durch Kindermärchen und Geschichten kann man das gut unterstützen. Und dabei sind es Geschichten, die Spaß machen: Als Kind hat es mich immer sehr glücklich gemacht, Märchen und Geschichten zu hören und meine Eltern haben viel Zeit investiert, um meiner Schwester und mir interessante Geschichten vorzulesen.

Als wir selbst lesen gelernt hatten, haben wir eine unglaubliche Anzahl von Märchenbüchern durchgeschmökert. Ich wurde in Russland geboren, und als ich 11 Jahre war, zogen wir in die Ukraine. Auch die Märchen von dort lasen wir, aber wir hatten keine Lust auf Märchen ausländischer Schriftsteller.

Besonders fasziniert hat mich aber, dass ich, während ich las, in eine andere Zeit versetzt wurde: Märchenfiguren, Ritter, Drachen, Hexen und magische Eigenschaften von Objekten versetzten mich ins Mittelalter. Sie sind für alle Altersstufen geeignet: Die Kleinsten erleben nur positive Momente, weil sie noch in einer grausamkeitsfreien Phase leben, ältere Kinder können mit mehr Fantasie ebenfalls Nutzen daraus ziehen. Märchen erziehen Kinder, sie lehren, vermitteln Moral, ein Märchen regt zum Nachdenken an.

Abschließend möchte ich für mich sagen, dass Märchen als Kind nur positive Momente im Leben waren. Für mich sind

Märchen Prinzen, Prinzessinnen,
Zauberer und Hexen,
der Kampf gegen das Böse,
der Triumph des Guten,
Legenden und Geheimnisse,
Rätsel und Mythen,
Helden, Schlachten,
Magie, Wunder.

Margaryta Yesaulkova

Jeder Mensch sieht seine Zukunft auf seine eigene Weise: Für manche ist sie ein unerreichbares Ziele, für andere ist sie morgen. Es ist unmöglich, in die Zukunft zu blicken, das Leben ist voller Überraschungen und es ist nicht immer möglich, etwas für die nahe Zukunft zu planen. Aber ein Traum bedeutet, auf die Zukunft hinzuarbeiten, sie zu verwirklichen und sich ein Ziel zu stecken.

Sehr oft tut ein Mensch selbst nichts, um seine Wünsche zu verwirklichen, denn das Leben ist kein Märchen, kein Fingerschnippen oder Zauberstabschwenken – es ist harte tägliche Arbeit, ein Kampf mit Schwierigkeiten und Hindernissen auf dem Weg. Die Menschen gehen ganz unterschiedlich damit um, es gibt Träumer und sehr starke, zielstrebige Menschen, die alle Hindernisse auf ihrem Weg hinwegfegen. Für solche Menschen sind die Unterstützung ihrer Lieben, ihr Glaube und ihre Geduld sehr wichtig; sehr oft erreichen solche Menschen in der Zukunft große Erfolge in Wissenschaft, Wirtschaft, Literatur und Kunst.

Wenn die Menschen wüssten, was sie als nächstes erwartet, wären sie ohne Initiative und würden sich „im Strom des Lebens treiben lassen“. Wenn dagegen niemand im Voraus etwas über die Zukunft weiß, werden wahre Genies und Talente geboren, Menschen, die nach Wissen dürsten und wichtige Entdeckungen machen.

Als Kind oder junges Mädchen habe ich auch viel fantasiert, geträumt und versucht, meine Zukunft zu planen. Ich möchte gleich sagen, dass ich kein pessimistischer Mensch bin, ich war immer eine Optimistin, aber aufgrund einiger Umstände (mein Mann ist vor fast drei Jahren gestorben) bin ich wahrscheinlich eher eine Realistin geworden, aber keineswegs eine Fatalistin. Ich bin einfach ein Mensch, der das Leben ausgeglichen und maßvoll angeht.

Vielleicht ist dies die klügere Zeit im Leben, denn man kann nicht sein ganzes Leben lang ein naives Kind sein und auf ein Wunder hoffen. Trotzdem fantasiere ich weiter und träume von etwas, aber ich analysiere auch mehr und denke über die nächsten Schritte nach.

Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung meines geliebten Mannes, er ist ein sehr kluger Mann, er hilft mir immer auf vielfältige Weise, zum Beispiel in Gesprächen. Er hilft mir, keine übereilten Dinge zu tun, die sich auf meine Zukunft auswirken können. Menschen, die sich lieben, brauchen nicht die Worte „Ich liebe dich“, das Wichtigste ist Hilfe, Unterstützung und Vertrauen in die Person.

Wenn Sie jemanden haben, mit dem Sie Schulter an Schulter gehen können, werden Sie gemeinsam alle Ihre Ziele und Pläne verwirklichen. Und wenn ein Paar im Geiste stark ist, dann wird es immer Erfolg haben, denn Menschen, die nicht in eine Richtung gehen, sind nicht in der Lage, Erfolg zu haben.

Was genau ich mir erträume? Tut mir leid, aber ich möchte meine Wünsche und Pläne für die Zukunft hier nicht äußern. Aber ich weiß mit Sicherheit, dass ich nicht vorhabe, in die Ukraine zurückzukehren, und meine Priorität ist jetzt das Erlernen der deutschen Sprache und eine weitere Beschäftigung, damit meine Träume und Wünsche wahr werden.

Margaryta Yesaulkova